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Ratgeber · Wärmepumpe

Wärmepumpe oder neue Gasheizung. Was lohnt sich 2026

Die Gasheizung ist beim Kauf günstiger, die Wärmepumpe über die Jahre. Wir zeigen Ihnen ehrlich, worauf es bei Ihrem Haus ankommt.

Heizkörper an einer Wohnzimmerwand

Beim Preisschild gewinnt die Gasheizung, bei den laufenden Kosten und über zwanzig Jahre meist die Wärmepumpe. Welche Rechnung für Sie aufgeht, hängt vor allem von Ihrem Haus, Ihrem Verbrauch und der Förderung ab.

Die kurze Antwort

Eine neue Gasheizung ist beim Kauf günstiger, eine Wärmepumpe im Betrieb und über die Jahre. Für die meisten Häuser im Ruhrgebiet ist die Wärmepumpe heute die wirtschaftlichere und sicherere Wahl, weil sie vom Staat großzügig gefördert wird, im Verbrauch deutlich sparsamer läuft und die steigende CO2 Abgabe auf Gas sie nicht betrifft. Für eine neue Gasheizung gibt es dagegen keine Förderung mehr.

Welche Vorteile hat eine Wärmepumpe?

Die Wärmepumpe spielt ihre Stärken vor allem im laufenden Betrieb und über die gesamte Lebensdauer aus. Das sind die Gründe, warum sich immer mehr Hausbesitzer dafür entscheiden.

  • ✓Niedrige Heizkosten. Aus einer Kilowattstunde Strom macht sie drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Dadurch heizen Sie im Betrieb spürbar günstiger als mit Gas, mit einem eigenen Wärmepumpentarif noch mehr.
  • ✓Hohe Förderung. Über die KfW gibt es 30 bis 70 Prozent Zuschuss, bei kleinem Einkommen bis zu 80 Prozent. Für eine neue Gasheizung bekommen Sie keinen Cent.
  • ✓Keine CO2 Abgabe. Die Wärmepumpe verbrennt nichts und ist von der steigenden CO2 Abgabe auf Gas nicht betroffen. Dieser Kostenblock entfällt für Sie komplett.
  • ✓Unabhängig vom Gaspreis. Sie heizen mit Strom, den Sie mit einer Solaranlage auf dem eigenen Dach sogar selbst erzeugen können.
  • ✓Kühlen im Sommer. Viele Geräte kühlen im Sommer auf Wunsch die Räume. Das kann eine Gasheizung nicht.
  • ✓Zukunftssicher und wertvoll. Sie erfüllt schon heute alle Vorgaben des neuen Heizungsgesetzes, verbessert den Energiewert Ihres Hauses und macht es beim Verkauf attraktiver.

Welche Vorteile hat eine Gasheizung?

Fair bleibt fair. Auch eine moderne Gasheizung hat Stärken, vor allem im Moment des Kaufs.

  • ✓Günstig in der Anschaffung. Eine neue Gas Brennwertheizung kostet oft weniger als die Hälfte einer Wärmepumpe.
  • ✓Schneller Einbau. Ist ein Gasanschluss vorhanden, ist die Heizung meist in ein bis zwei Tagen fertig und braucht wenig Platz.
  • ✓Bewährte Technik. Die Technik ist seit Jahrzehnten erprobt und liefert auch bei sehr hohem Wärmebedarf und hohen Vorlauftemperaturen zuverlässig Wärme.
  • ✓Gut im unsanierten Altbau. Wo eine Sanierung gerade nicht ansteht, kommt die Gasheizung mit den alten Heizkörpern ohne Umbau aus.

Diese Vorteile zählen vor allem beim Kauf. Über die Nutzungsdauer von zwanzig Jahren liegt die Wärmepumpe durch Förderung, niedrige Betriebskosten und die wegfallende CO2 Abgabe fast immer vorn.

Was kostet die Anschaffung?

Die Preise schwanken je nach Haus und Anlage. Diese Rahmen nennen die aktuellen Marktübersichten.

  • ✓Eine neue Gas Brennwertheizung liegt grob bei 9.000 bis 16.000 Euro.
  • ✓Eine Luftwärmepumpe mit Einbau liegt grob bei 25.000 bis 40.000 Euro.
  • ✓Für die Gasheizung gibt es keine staatliche Förderung mehr.
  • ✓Für die Wärmepumpe gibt es über die KfW 30 bis 70 Prozent Zuschuss, bei kleinem Einkommen bis zu 80 Prozent.

Nach Abzug der Förderung rückt der Preis der Wärmepumpe oft nah an den einer neuen Gasheizung heran. Was in Ihrem Fall übrig bleibt, rechnen wir vorher durch.

Was kostet der Betrieb im Jahr?

Im laufenden Betrieb dreht sich das Bild. Die Wärmepumpe braucht Strom, arbeitet aber sehr effizient. Die Gasheizung verbrennt Gas und zahlt zusätzlich die steigende CO2 Abgabe.

  • ✓Für ein Einfamilienhaus nennen die Marktübersichten bei der Wärmepumpe mit eigenem Stromtarif rund 1.000 bis 1.600 Euro im Jahr.
  • ✓Eine Gasheizung liegt für dasselbe Haus eher bei 2.000 bis 2.500 Euro im Jahr.
  • ✓Die Verbraucherzentrale nennt für ein durchschnittliches Einfamilienhaus eine Ersparnis von über 600 Euro im Jahr zugunsten der Wärmepumpe.
  • ✓Dazu kommt die CO2 Abgabe auf Gas von rund 1,4 Cent je Kilowattstunde, bei 20.000 Kilowattstunden sind das etwa 280 Euro extra im Jahr.

Wärmepumpe und Gasheizung im direkten Vergleich

Die wichtigsten Punkte nebeneinander. So sehen Sie auf einen Blick, wo jedes System steht.

KriteriumWärmepumpeNeue Gasheizung
Anschaffung mit Einbaurund 25.000 bis 40.000 €rund 9.000 bis 16.000 €
Staatliche Förderung30 bis 80 Prozent über die KfWkeine
Betriebskosten im Jahrrund 1.000 bis 1.600 €rund 2.000 bis 2.500 €
CO2 Abgabefällt nicht ansteigt und läuft über den Gaspreis
Wirkungsgrad300 bis 450 Prozent90 bis 98 Prozent
Wartung im Jahrrund 150 bis 250 €rund 200 bis 350 € mit Schornsteinfeger
Pflicht ab 2029erfüllt alle Vorgabenwachsender Anteil Ökogas nötig
Wert fürs Haussteigert den EnergiewertNachfrage sinkt

So viel sparen Sie über die Jahre

Entscheidend ist nicht der Preis am Kauftag, sondern was die Heizung über zwanzig Jahre kostet. Hier zeigt sich der wahre Unterschied.

Ein Beispiel aus dem Ruhrgebiet

Familie Schneider wohnt im eigenen Haus und braucht im Jahr rund 20.000 Kilowattstunden Wärme.

  • ✓Mit der Gasheizung zahlt sie heute etwa 2.200 Euro im Jahr, dazu kommt die steigende CO2 Abgabe.
  • ✓Mit der Wärmepumpe und einem eigenen Stromtarif sind es etwa 1.300 Euro im Jahr.
  • ✓Das sind rund 900 Euro weniger pro Jahr, und der Abstand wächst, weil Gas durch die CO2 Abgabe weiter teurer wird.
  • ✓Über zwanzig Jahre liegt die Wärmepumpe nach Rechnungen der Verbraucherzentrale je nach Preisentwicklung zwischen 12.000 und 25.000 Euro vorn.

Was bedeutet das neue Heizungsgesetz für die Gasheizung?

Seit dem 29. Juli 2026 gilt das neue Gebäudemodernisierungsgesetz. Eine neue Gasheizung bleibt erlaubt, muss ab 2029 aber mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe laufen. Das beginnt mit 10 Prozent und steigt bis 2040 auf 60 Prozent. Diese Brennstoffe sind heute teuer und noch nicht überall verfügbar.

Dazu kommt die CO2 Abgabe. 2026 und 2027 liegt sie bei 55 bis 65 Euro je Tonne, das sind rund 1,4 Cent je Kilowattstunde Gas. Ab 2028 bildet der europäische Emissionshandel den Preis frei am Markt, Fachleute rechnen mit einem deutlichen Anstieg. Wer heute auf Gas setzt, trägt dieses Risiko über die gesamte Lebensdauer der Heizung.

Wann eine Gasheizung trotzdem passen kann

Es gibt Fälle, in denen eine Gasheizung noch sinnvoll ist, etwa wenn ein Umbau gerade nicht zum Haus passt oder eine größere Sanierung erst später ansteht. Beachten Sie dabei die Regeln für neue Heizungen und den wachsenden Anteil erneuerbarer Energie. Wir sagen Ihnen offen, was für Ihre Situation stimmt, und reden Ihnen keine Anlage ein, die Sie nicht brauchen.

Stand Oktober 2026. Die Richtwerte zu Kosten und Betrieb stammen von der Verbraucherzentrale, dem BDEW und dem Wärmepumpen Feldtest des Fraunhofer ISE. Die CO2 Preise stammen von finanztip und dem ADAC. Die Förderung richtet sich nach dem KfW Programm 458. Ihr genauer Preis hängt von Ihrem Haus ab. Verbraucherzentrale zum Thema Heizen und Warmwasser Fraunhofer ISE zu Wärmepumpen im Feldtest KfW Programm 458 zur Heizungsförderung finanztip zum CO2 Preis fürs Heizen

Welche Heizung passt zu Ihrem Haus

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